Der Anspruch auf BAföG, der Förderung nach dem BundesAusbildungsförderungsGesetz, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab, deren wichtigste die Ausbildung selbst und das Erreichen ihrer Ziele, das Alter des Antragstellers sowie die eigenen, elterliche und (gegebenenfalls) ehepartnerliche Einkünfte sind. Daher kann über eine Person ohne nähere Prüfung dieser Voraussetzung nicht in wenigen Sekunden gesagt werden, ob sie Anspruch auf BAföG hat.

Kriterien für den BAföG-Anspruch

Die beiden wichtigsten Faktoren, aus denen sich ein Anspruch auf BAföG zusammensetzt, sind die Förderfähigkeit der Ausbildung und die Erfüllung der persönlichen Voraussetzungen.

Förderung der Ausbildung nach § 2 BAföG:

  • Hochschulen, Universitäten, Fachhochschulen
  • Akademien
  • Abendhauptschulen, Abendgymnasien, Abendrealschulen
  • Berufsaufbauschulen
  • Kollegs

Die Ausbildung an Fachschulen und Berufsfachschulen ist förderfähig, wenn für diese Ausbildung nicht eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt wird sowie der Abschluss nach zwei Jahren erreicht werden kann. Sollte die abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt werden, sind Fachschulen und Fachoberschulen förderfähig. Schüler können nach der 10. Klasse für das Gymnasium sowie die Gesamt-, Real- und Hauptschule BAföG erhalten.

Persönliche Voraussetzungen: Hierzu gehören die Staatsangehörigkeit, das Lebensalter (besondere Bedingungen gelten ab dem 31./36. Lebensjahr), das Einhalten des Ausbildungsziels sowie der tatsächliche finanzielle Bedarf.
Die persönlichen Voraussetzungen bedürfen näherer Erläuterungen.

Persönliche Voraussetzungen und Ausbildungsziel

Staatsangehörigkeit

Die Staatsangehörigkeit ist eine der Voraussetzungen, denn BAföG steht grundsätzlich deutschen Staatsbürgern zu, wird aber in Ausnahmefällen Ausländern gezahlt. Diese Ausnahmefälle werden an anderer Stelle gesondert erläutert.

Altersgrenze

Die Altersgrenze liegt grundsätzlich bei 30 Jahren und für Master-Studiengänge bei 35 Jahren (§ 10 BAföG). Dieses Alter bezieht sich auf den Ausbildungsbeginn.

Verzögerung der Altersgrenze

Mindestens achtjährige Dienstverpflichtungen bei der Bundeswehr vor dem vollendeten 22. Lebensjahr verschieben die Altersgrenze um die Dienstzeit beim Bund.

Nach dem 30./35. Lebensjahr gibt es nur noch in Ausnahmefällen einen BAföG Anspruch, die wir an anderer Stelle explizit erläutern. Die Förderung nach dem 30./35. Lebensjahr (die höhere Grenze stets für Masterstudiengänge) erfolgt immer elternunabhängig. Das betrifft auch das Studieren ohne Abitur für Aspiranten, die eine Hochschulzugangsberechtigung durch berufliche Qualifikation erreicht haben.

Wenn legitime Gründe den rechtzeitigen Ausbildungsbeginn verhindert haben, wird der Einzelfall entsprechend auf einen möglichen BAföG Anspruch überprüft. Dazu gehören beispielsweise Schwangerschaft und Kindererziehung, die Betreuung behinderter oder hilfebedürftiger Kinder sowie eine eigene Krankheit.

Einhalten des Ausbildungsziels

Das Einhalten des Ausbildungsziels gehört ebenfalls zu den persönlichen BAföG-Voraussetzungen. Der Auszubildende muss sowohl an der Ausbildung angemessen teilnehmen als auch Leistungsnachweise bis zur Zwischenprüfung vorlegen.

Höhe des BAföG Anspruchs

Die finanziellen Voraussetzungen bedürfen einer komplexen Berechnung. Das BAföG-Amt ermittelt den Bedarf des Antragstellers nach der Art der Ausbildung, dann wird ein allgemeiner Bedarfssatz zugrunde gelegt, hinzu kommt ein pauschaler Unterkunftsanteil, der wiederum vom Wohnort abhängt (bei den Eltern oder allein). Versicherungsbeiträge für Studenten über 25 Jahre werden ebenso berücksichtigt wie gegebenenfalls ein Härtezuschlag bei erhöhten Kosten etwa für Miete.

Der BAföG-Höchstsatz kann monatlich 670 Euro betragen, von denen bei Studenten 50 Prozent reiner Zuschuss und 50 Prozent ein unverzinsliches Darlehen sind. Schüler erhalten BAföG Förderung als Vollzuschuss, also ohne Darlehensanteil.

Gegen diesen Höchstsatz werden Einkünfte der Eltern, des Studierenden und gegebenenfalls seines Ehepartners gerechnet.