Der BAföG-Antrag wird beim zuständigen BAföG-Amt eingereicht, das entsprechende Formblätter zur Verfügung stellt. Er kann als Erst- und als Folgeantrag gestellt werden und muss auch die nötigen Nachweise und Unterlagen enthalten, beispielsweise Einkommensnachweise des Studenten, seiner Eltern (bei elternabhängigem BAföG) und gegebenenfalls des Ehepartners sowie die Bescheinigungen der Ausbildungsstätte.

Fristen und zuständiges BAföG-Amt

Da die BAföG Förderung erst ab dem Monat der Antragsstellung gezahlt wird (nicht rückwirkend), muss der Antrag rechtzeitig gestellt werden. Der frühestmögliche Zeitpunkt ist unmittelbar nach der Bekanntgabe des Ausbildungs- beziehungsweise Studienplatzes. Die Antragsabgabe kann vorläufig auch ohne alle nötigen Unterlagen erfolgen (zeitnah nachreichen), weil das Datum der Antragsabgabe für die Bearbeitung maßgebend ist. Das zuständige BAföG-Amt für die Antragstellung ist gemäß § 45 BAföG das Studentenwerk der jeweiligen Hochschule, welche die Immatrikulationsbescheinigung ausstellt (auch bei Vor- und Nachpraktika). Bei Ausbildungen an Kollegs, Abendgymnasien und Akademien wird der Antrag ebenfalls an das BAföG-Amt des Ortes gestellt, wo sich die Ausbildungsstätte befindet. Beim Schüler BAföG geht der Antrag an das BAföG-Amt des ständigen Wohnsitzes der Eltern. Hiervon gibt es Ausnahmen, in denen der Antrag an das BAföG-Amt am Wohnsitz des Schülers geht, wenn

  • dieser nicht ständig in Deutschland wohnt,
  • dieser verheiratet ist oder bereits war (adäquat bei gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften),
  • die Eltern nicht in Deutschland oder als Geschiedene in verschiedenen BAföG-Bezirken wohnen,
  • die Eltern verstorben oder unbekannt verzogen sind oder
  • es um Leistungen für Fernunterrichtslehrgänge geht.

Bei einem Auslandsstudium geht der Antrag an diejenigen BAföG-Ämter, die für das Studienland zuständig sind.

Formulare für den BAföG-Antrag

Die Formulare sind der Antrag auf Ausbildungsförderung (immer ausfüllen), die Anlage 1 mit schulischem/beruflichem Werdegang (bei Erstantrag immer ausfüllen), die Anlage 2 für Kinderbetreuungszuschlag, die Bescheinigung über Ausbildungsziel gemäß § 9 BAföG, die Einkommensbescheinigungen für Eltern und Ehepartner, das Zusatzblatt für Ausländer/innen, die Leistungsnachweise und gegebenenfalls ein Zusatzblatt für ein Auslandsstudium. Ein Aktualisierungsantrag für das elterliche Einkommen wird bei entsprechenden Veränderungen eingereicht.

Antrag auf Vorausleistungen

Es ist möglich, einen Antrag auf BAföG-Vorausleistungen einzureichen. Grundsätzlich sind die Eltern verpflichtet, bei entsprechendem Einkommen das Studium ihrer Kinder zu unterstützen, manchmal sind sie aber nicht dazu bereit. In solchen Fällen beantragt der Studierende einen BAföG-Vorschuss gemäß § 36 Absatz 1 BAföG, gegen die Eltern wird daraufhin ein Verwaltungszwangsverfahren eingeleitet, das zur Erklärung ihrer Vermögensverhältnisse führt. Die Vorausleistungen haben eine Ersatzfunktion, um den Unterhalt vorzuschießen, es sind keine regulären BAföG-Bezüge. Das BAföG-Amt kann sie sich von den Eltern zurückholen. Auch für Studierende mit abgeschlossener Berufsausbildung sind unter bestimmten Umständen solche Vorauszahlungen möglich, ebenso für Studierende, deren Eltern zum nötigen Unterhalt nicht in der Lage sind. Die Vorausleistungen müssen entsprechend beantragt werden, wobei der Studierende oder Auszubildende glaubhaft machen muss, dass die Ausbildung ohne die Vorauszahlung gefährdet wäre. Die Eltern werden angehört, es darf zudem keine abweichende Unterhaltsbestimmung vorliegen. Der Antrag erfolgt im Formblatt 8.

Art der Anträge (Erst-, Folge- und formloser Antrag)

BAföG-Berechtige sollten die Förderung stets so schnell wie möglich beantragen, das gilt besonders für den Erstantrag:

  • Erstantrag: Die Antragstellung erfolgt, wenn die Immatrikulationsbescheinigung vorliegt, beim Schüler-BAföG nach dem Erhalt der Schulbescheinigung. Ein vorheriger Antrag wird nicht bearbeitet.
  • Folgeantrag (Weiterbewilligungsantrag): Dieser gilt für 12 Monate und wird gestellt, bevor der aktuelle Zeitraum endet. Nur so laufen die Zahlungen unterbrechungslos weiter. Empfohlen wird die Antragstellung zwei Monate vor dem Ablauf des aktuellen Bewilligungszeitraumes.
  • Formloser BAföG-Antrag: Zur Fristwahrung kann ein formloser Antrag ohne Formulare und die nötigen Unterlagen eingereicht werden. Es erfolgt nötigenfalls eine Nachzahlung der Ausbildungsbeihilfe ab dem Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns, wenn der formlose Antrag rechtzeitig eingereicht wurde. Es genügen im formlosen Antrag Name und Anschrift, Geburtsdatum und der Name der Ausbildungsstätte sowie der Fachrichtung des gewünschten Studiums.

Ein BAföG-Antrag, der rechtzeitig gestellt wurde (also beispielsweise bei Erstanträgen sofort nach Vorliegen der Immatrikulationsbescheinigung), wird in der Regel fristgemäß bearbeitet. Allerdings erfolgt der endgültige Bescheid erst nach Vorlage aller nötigen Unterlagen, manchmal nach Beginn der Ausbildung. Das BAföG wird dann rückwirkend gezahlt, rückwirkende Anträge hingegen gibt es nicht. Das bedeutet, der Studierende erhält bei pünktlicher Antragstellung das BAföG vom Beginn der Ausbildung an, wenn auch anfänglich manchmal mit verspäteter (Nach-)Zahlung, bei später gestellten Anträgen aber erst ab Datum des Antragseinganges.